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Vorgeschichte

 

Unsere Siedlung Flöz Dickebank in Ückendorf wurde in den Jahren 1872 -1875 erbaut und ist bis heute die älteste erhaltene Arbeitersiedlung in Gelsenkirchen. Sie galt schon Anfang dieses Jahrhunderts als Mustersiedlung, denn 68 Vierfamilienhäuser waren mit Toiletten ausgestattet und an die Kanalisation angeschlossen.

Kurze Zeit später erfolgte eine Erweiterung um noch mal 14 Häuser.

 

1972 -1974

 

Anfang 1972 schlagen die Rheinisch-Westfälischen Wohnstätten AG der Stadt Gelsenkirchen den Abriss unserer Siedlung vor. Der Wunsch der Wohnstätten AG wird anstandslos gebilligt.

 

Anfang 1973 macht die Stadt Steuergelder für die

Neubebauung locker. Das bedeutet grünes Licht

für den Abriss von Flöz Dickebank. Im Frühjahr

1973 beginnen die Wohnstätten mit dem Leerziehen

der Wohnungen

 

 

Im März 1973 legen die Wohnstätten einen Plan vor: Hochhäuser (bis zu 13 Geschosse!) sollen an die Stelle unserer Siedlungshäuschen kommen. Im gleichen Monat reicht die Stadtverwaltung den Wohnstätten-Plan an den Bauausschuss des Rates weiter. Der stimmt zu. Jetzt wird es ernst: Die Verwaltung gibt den Wohnstätten die Genehmigung, die ersten Häuser in Flöz Dickebank abzureißen!

Im Mai 1973 erfahren wir Bewohner erstmals, dass unsere Siedlung abgerissen werden soll.

Die Ruhrkohle AG schreibt jede Familie an und fragt, wer in die neuen Hochhäuser ziehen will.

 

Im März 1974 legt die Verwaltung den Bebauungsplan dem Rat vor. Der sagt einstimmig: ja! Damit die Bewohner unserer Siedlung nicht befragt werden müssen, beschließt der Rat, dass der Abriss von Flöz Dickebank keine Sanierung im Sinne des Gesetzes ist. So entfällt die lästige Pflicht zur Anhörung der Bürger.


Bürgerinitiative Flöz Dickebank und Umgebung

1974   

 

Mai

RWWAG und Stadt Gelsenkirchen haben ihre Rechnung ohne die Bewohner gemacht: Im Mai 1974 organisieren sich die bisher vereinzelten Proteste als Bürgerinitiative Flöz Dickebank und Umgebung!

Wir treffen uns in wöchentlichen Arbeitskreissitzungen und 14-tägigen Vollversammlungen.

 

Juli

Die Stadtverwaltung versucht, uns dadurch zu stoppen, dass sie die Genehmigung für Informationsstände auf der Bahnhofstraße verweigert. Wir kümmern uns nicht darum und treten trotzdem auf.

Erste Großveranstaltung unserer Bürgerinitiative in der Heidelbergstraße. Wir laden Ratsherren und Presse zu einer Begehung unserer Siedlung ein. Die Initiative bekommt eine breite Resonanz: Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichten.

Die Wohnstätten beginnen mit dem Zumauern der leergezogenen Häuser. Wir fordern vom Rat die Anerkennung von Flöz Dickebank als Sanierungsgebiet.

 

Oktober

Der Rat gibt nach und beschließt die Einleitung eines Sanierungsverfahrens. Jetzt müssen alle Bewohner gehört werden. Das bedeutet aber auch, dass der Hochhaus-Plan vorerst vom Tisch ist!

 

1975    

März

Die Stadt beauftragt eine Architektengruppe, zu untersuchen, ob unsere Häuser abbruchreif sind. Gleichzeitig sollen alle Bewohner befragt werden. Wir bitten Architekturstudenten der Universität Aachen, eine Kontrolluntersuchung zu machen.

 

Mai

Berliner Filmemacher drehen einen Film über Flöz Dickebank und unsere Bürgerinitiative. Die Uraufführung findet im Ev. Gemeindesaal statt. Der Film bekommt einen Preis und wird im ganzen Land aufgeführt.

 

Während des Frühjahrs und Sommers

Inzwischen stehen fast 60 Wohnungen leer. Wir versuchen, die zugemauerten Fenster in den leergezogenen Wohnungen wieder aufzubekommen. Ein kleiner Erfolg: Wir setzen durch, dass die zugemauerten Fenster Luftlöcher bekommen, damit die Holzteile in den Wohnungen nicht verrotten.

 

Gleichzeitig

Informationsveranstaltungen. Flugblatt-Aktionen, Bürgerversammlungen,

Gespräche mit Politikern ...

Kurz: Jede Menge Arbeit!

 

November

Die Architektengruppe legt ihr Gutachten vor: Die Häuser sind nicht abbruchreif, sie lassen sich instand setzen. Allerdings: Die Architekten behaupten, dass die Ulmenstraße 2-26 nicht erhaltungswürdig ist.

 

1976

Januar/Februar

Der Rat beschließt, Flöz Dickebank zu erhalten und zu sanieren. Ein Aufatmen geht durch unsere Siedlung. Oberbürgermeister Kuhlmann sagt im Fernsehen: "Die Steine sind gerettet, jetzt geht es um die Menschen".

 

Mai

Nachdem wir guter Hoffnung waren, kommt es knüppeldick: Am 25. sagt uns die Stadt, dass die Ulmenstraße 2-26 abgerissen wird. Dafür wollen die Wohnstätten den Rest der Siedlung in Ruhe lassen. Ende Mai stellen sie Abrissantrag für die ganze östliche Ulmenstraße (2-48)

 

Juni

Jetzt heißt es plötzlich, die Stadt kauft Dickebank! Uns kommt die Sache nicht ganz s

auber vor. Heute wissen wir, dass das ein Gerücht war, um den Abriss der Ulmenstraße besser durchsetzen zu können. Gespräche mit der Verwaltung bleiben ergebnislos: Die Stadt will abreißen.

Mitten in diesen Auseinandersetzungen ein Erfolg: Am 9. Juni werden die Fenster in den zugemauerten Wohnungen wieder aufgemacht! Die Instandsetzung der jahrelang vernachlässigten Wohnungen beginnt.

 

1977     

Frühjahr

Die Arbeiten am Mieterhaus gehen weiter, die Eigenleistungen sind kaum noch zu schätzen. Noch während der Arbeiten wird das Haus schon fleißig genutzt. Feste und Veranstaltungen aber auch Sitzungen des Arbeitskreises und verschiedener Gruppen aus Flöz Dickebank finden regelmäßig im HEINI- WETTIG-HAUS statt.

 

Juni

Nun sind es bald 11/2 Jahre her. dass die Stadtverwaltung ihren Bebauungsplanentwurf für unsere Siedlung vorlegte Rechtskräftig ist es immer noch nicht. Wir werden langsam unruhig und fragen bei der Stadt nach.

 

  

1978     

Januar

Neben der vielen Arbeit in der Siedlung selbst unterstützt die Initiative Flöz Dickebank natürlich weiter die Gruppen in den anderen Zechensiedlungen. Im Januar findet im Ückendorfer Schulzentrum ein großes Fest anlässlich des 7jährigen Bestehens der Arbeiter- siedlungsinitiativen statt. Wir beteiligen uns natürlich.

 

Mai

Auch Auswärtige nutzen das HEINI-WETTIG-HAUS. Ein Beispiel für viele: Der Evangelische Kirchenkreis Gelsenkirchen veranstaltet im Mieterhaus eine Tagung zum Verhältnis von Kirche und Wohnungspolitik.

 

Dezember

Nachdem nun der Bebauungsplan seit über einem Jahr durch ist, wird jetzt auch die Gestaltungssatzung rechtskräftig. Sie soll sicherstellen, dass der Charakter von Flöz Dickebank erhalten bleibt:

Wir wollen keine "Papageiensiedlung!".

 

1979     

Frühjahr

Nachdem 1982 die Regenrinnen dran waren, haben wir es jetzt geschafft, dass die Dächer in der Dickebank-, Ulmen- und Virchowstraße neu gedeckt werden. Wieder ein kleiner Erfolg.

 

August

Die Wohnstätten wollen eine Mieterhöhung durchsetzen. Sie erklären plötzlich, dass die Siedlungshäuser wegen des eigenen Eingangs eigentlich Einfamilienhäuser sind, und dass die Mieter deswegen mehr zahlen müssen. Um herauszufinden, ob sie damit in Flöz Dickebank durchkommen, fangen sie bei einigen Familien an.

Wir setzen uns mit einem Anwalt in Verbindung und informieren alle Mieter: Wer unterschreibt, hat zugestimmt. auch wenn sich später herausstellen sollte, dass die Erhöhung nicht rechtmäßig war!

 

Oktober

Richtfest im HEINI-WETTIG-HAUS. Die Bürgerinitiative hat inzwischen über 30.000,00 DM Eigenleistungen - meist in Form von Arbeit - in das Projekt gesteckt. Und noch ist viel zu tun!

 

Herbst/Winter

Vier Mieter lehnen die Mieterhöhung ab und beginnen mit Unterstützung der Bürgerinitiative einen Prozess gegen die Wohnstätten.

 

Dezember

Langsam wird ein Ende der Arbeiten im HEINI- WETTIG-HAUS absehbar Die neue Einbauküche wird geliefert. Jetzt haben die Frauen bei den vielen Festen etwas weniger Arbeit.

 

1981

Mai

Nach langem Drängen und vielen Terminen haben wir durchgesetzt, dass die inzwischen 70 Jahre alten Dachrinnen in der Siedlung erneuert werden. Ein Beispiel dafür, wie man auch um Kleinigkeiten zäh kämpfen muss!

 

Juni

Die Arbeiten am HEINI-WETTIG-HAUS laufen auf Hochtouren. Es hat sich eine Arbeitskolonne aus Siedlungsbewohnern gebildet, die schuftet, als ob sie im Akkord bezahlt würde. Die Elektroinnenausstattung ist inzwischen fast fertig, ebenso die Wärmedämmung (neuer Fußboden).

Da wir nach wie vor fast alles in Eigenleistung machen und keinerlei Zuschüsse bekommen, müssen wir wiedermal in der Siedlung sammeln.

 

November

Endlich ist der Bebauungsplan beschlossen. Unser Druck hat Erfolg gehabt. Nun können die Wohnstätten nicht mehr in den Gärten bauen! Ende des Monats veranstalten wir einen Tag der offenen Tür: Viele Gelsenkirchener kommen und staunen darüber, was wir alles geschafft haben.

 

1984

April

Entscheidung im Prozess wegen der Mieterhöhung: Die Wohnstätten waren nicht berechtigt, einen Einfamilienhauszuschlag zu nehmen. Die vier Mieter, die geklagt haben, sind fein raus. Die anderen müssen weiter zahlen.

 

Mai

Die Wohnstätten lehnen den neuen Fassadenanstrich. den wir schon seit langem fordern, ab. Sie wollen ihn nur durchführen, wenn die Mieter eine Mieterhöhung akzeptieren. Das kommt natürlich nicht in Frage. Aber wir lassen nicht locker!

 

 1987

Frühjahr

Die Verkehrsberuhigung in Flöz Dickebank wird endlich in die Tat umgesetzt. In den Monaten vorher haben wir versucht, unsere Vorstellungen in die Planung einzubringen. Leider nur mit teilweisem Erfolg! Mal sehen, was draus wird.

 

Seit 1987

1984 hatte die VEBA-Wohnen es abgelehnt, die Fassaden neu zu streichen. Wir haben nicht locker gelassen und hatten Erfolg: 1987 geht der Anstrich in Flöz Dickebank los. Die anderen Straßen kommen nach und nach dran.

 

1988

Mai 

Die VEBA versucht es mal wieder: Schon 1983 wollte sie die Mieten erhöhen, weil unsere Häuser angeblich Einfamilienhäuser sind. Wir informierten uns bei einem Anwalt und rieten allen Mietern, nicht zu unterschreiben. Wir hatten Glück: Die VEBA macht einen

Formfehler und muss deswegen ihren Versuch wieder zurückziehen. Aber Achtung: Das war sicher nicht der letzte Versuch!

 

1988

August 

Walter Brenk, unser ältester Mitstreiter, wird 80.

Das war ein schöner Anlass, mit vielen Freunden im HEINI-WETTIG-HAUS zu feiern.

 

1989

März 

Wir einigen uns mit der VEBA auf eine langfristige Planung über die Außeninstandsetzung (Dächer, Rinnen und Fassaden). Auch das Umfeld (Wege um die Häuser) ist darin enthalten. Bis 1992 soll alles fertig sein!

 

Seit 1980

Das HEINI-WETTIG-HAUS ist zu einem lebendigen Zentrum in unserer Siedlung geworden. Von den Kindern bis zu den Senioren: Für jeden wird da was geboten. Von den vielen Feiern ganz zu schweigen.

Toll ist es auch, mit den häufigen Besuchergruppen aus nah und fern im HEINI-WETTIG-HAUS zu diskutieren aber auch zu klönen.

Seit 1976

Regelmäßige Teilnahme an Schulungen

 

1990 -1993

Siedlungskurier

 

1992

Schülerbesuch von der Gesamtschule Ückendorf; die ISPA - Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche und Berufsanfänger/innen führte ein mehrtägiges Seminar mit zwei Schulklassen im HEINI-WETTIG- HAUS durch.

Das Thema: "Mieterhöhungen" rückte in den Mittelpunkt; Beratungen wurden durchgeführt und Maßnahmen ergriffen; in Mieterversammlungen wurde informiert.

 

ab 1993

Das Thema "Betriebskostenabrechnungen" kam in einer Sitzung im HEINI-WETTIG-HAUS auf den Tisch, denn bislang gab es dazu nur ein unübersichtliches Verfahren. Also gab es ein gemeinsames Gespräch mit Vertretern der VEBA, die ihr Computerprogramm vorstellten, mit dem zukünftig Betriebskostenabrechnungen erstellt werden sollten. Nach einem weiteren Termin vor Ort in Bochum zur Besichtigung dieses Abrechnungsvorganges einigten sich beide Seiten auf eine einmal jährlich zu erstellende Abrechnung, die den Haushalten zugesandt wird. In der Beratung in Flöz Dickebank werden die Abrechnungen geprüft und Nachfragen werden beantwortet.

 

20.04.1993

Teilnahme an einer WDR-Sendung zum Thema "Heimat"

 

Ab Ende 1993

Das Thema "Nachverdichtung wird wichtig; gemeinsam mit Vertreter/innen anderer Bl's wird u.a. auch vor THS, IGBE und Ministerien dagegen demonstriert.

 

1994

Das HEINI-WETTIG-HAUS bekommt einen neuen Fußbodenbelag.

Eine Verkehrs AG in Gelsenkirchen tagt mehrmals im HEINI-WETTIG-HAUS.

Die Bl bzw. der Mieterhaus e.V. laden alle Mieter/innen ein zu einem Videoabend, an dem die im Laufe der Jahre entstandenen Filme über Flöz Dickebank gezeigt werden.

Ein großes Ereignis in der Siedlung: Das 20jährige Bestehen der Bl Flöz Dickebank wird gefeiert.

 

08.08.1994

Ein Fototermin findet statt: Der Fotograf Christian Popke fotografiert für einen Wettbewerb eines Filmherstellers so gut. dass das Bild einen Preis bekommt, und er eine Auszeichnung erhält.

 

03.09.1994

Teilnahme am 30-jährigen Jubiläum des ISPA - Evangelisches Industrie- und Sozialpfarramt Gelsenkirchen.

Mit dieser Einrichtung kooperiert die Bl seit ihrem Bestehen. Diese Zusammenarbeit lag dem damaligen ISPA-Pfarrer Kurt Struppek besonders am Herzen.

 

14.09.1994

Eine gute Nachricht aus der Welt der Bl's: Ein alter Mitstreiter aus der Bl in Moers erhält das Bundesverdienstkreuz!

 

1995

Das HEINI-WETTIG-HAUS bekommt eine neue Heizung.

Eine Gruppe von Studienräten/innen aus Recklinghausen lernt Flöz Dickebank und seine Geschichte auf besondere Weise kennen: Sie veranstalten eine Schnitzeljagd durch die Siedlung. Als Dank überreichen sie der Bl eine Urkunde für ihre nette Art der Bewirtung und Information.

 

1996

Das einmal monatlich stattfindende Mittagessen in der Wintersaison im HEINI-WETTIG-HAUS wird eingeführt.

Der Arbeitskreis führt eine Fragebogenaktion unter allen Mieter/innen in der Siedlung durch. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem ISPA - Evangelisches Industrie- und Sozialpfarramt Gelsenkirchen. Die Arbeit ist reichlich, aber der Aufwand lohnt sich: Von 216 Haushalten beteiligen sich 143 und tragen durch ihre sorgfältige Beantwortung von mehr als 70 Fragen bei zu einem detaillierten Überblick über Wohn- und Lebensbedingungen in der Siedlung.

 

01.07.1996

Das 20jährige Bestehen der ISPA-Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche und Berufsanfänger/innen wird mit vielen Gästen im HEINI-WETTIG-HAUS gefeiert.

 

Nachverdichtung in Siedlungen zerstört Lebensqualität

 

 

Der große Wohnungsbedarf, die knapper werdenden Bauflächen und der Zwang zu kostengünstigem Bauen führen dazu, dass Wohnungsunternehmer und Wohnungspolitiker nach neuen Lösungen suchen. Immer massiver wird geplant, in Arbeitersiedlungen nachzuverdichten, also die Innenbereiche und die Mietergärten in den Arbeitersiedlungen neu zu bebauen.

Zeichnung: Richard Walter
Zeichnung: Richard Walter

Diese Nachverdichtungen haben für die betroffenen Mieterinnen und Mieter dramatische Folgen:

♦       Eine solche Planung, die in die liebevoll und individuell

         genutzten Hausgärten eingreift, vermindert erheblich die              Lebensqualität der Siedlungen und die Lebensfreude der              Bewohnerinnen/Bewohner - ja sie amputiert    

         gewissermaßen einen Teil ihres Lebens.

♦       Der Verlust ihrer Gärten macht sie körperlich und seelisch           krank. Sie leiden unter dieser Bedrohung.

♦        Arbeiter nutzen die Gärten für ihre Freizeit und als  

          Ausgleich für eine dreckige, körperlich anstrengende

          Arbeit im Bergbau und am Hochofen.

♦        Hausgärten werden wieder verstärkt zur

          Selbstversorgung genutzt, so bei Arbeitern, die z.B. durch             die Montankrise in Vorruhestand und Frühpensionierung             kommen und dabei auch finanzielle Einbußen haben.

♦        Sie erleben, dass die gesellschaftliche Umverteilung und              die Senkung des Lebensstandards massiv und vorrangig                                                                                                                                                                 auf Kosten der sozialen Schicht der Arbeiter                                                                                                                                                                                         vorangetrieben werden.

 

 

Unsere Forderungen sind:

             Genutzte Gärten am Haus oder in unmittelbarer Nähe des Hauses, die vom Vermieter als zum Haus zugehörige Gärten für Mieter

               bestimmt waren, dürfen nicht bebaut werden. Dazu gehören auch Gemeinschaftsfreiflächen.

             Früher nicht genutzte freie Flächen inmitten der Siedlungen. die inzwischen von den Bewohnern genutzt werden, z.B. als Grabeland.

               Schrebergarten o.a. dürfen im Allgemeinen nicht bebaut werden.

                Auf freien, bisher nicht genutzten Flächen innerhalb der Siedlungen oder daneben (einschließlich Baulücken) ist eventuell eine          

               Bebauung denkbar, wenn die Mieter mehrheitlich auf eine andere Nutzung verzichten und einer Bebauung zustimmen und wenn nicht -

               auch nach Erörterung mit den anliegenden Bewohnern - eine anderweitige Nutzung noch sinnvoller 

 

Feste arbeiten feste feiern

 

SIEDLUNGSKURIER

Zwischen 1990 und 11/1993 wurde diese Zeitung monatlich vom AK erstellt und kostenlos an alle Haushalte in der Siedlung verteilt. Inhalt waren im wesentlichen Berichte über die Arbeit im AK, Verteilung von Lob, Kritik und Ermahnung, Kinderprobleme, Laubfegen, Unkraut usw. Die Zeitung musste leider aus Kostengründen eingestellt werden, was viele Menschen bedauerten, denn sie wurde regelmäßig und gerne gelesen.

 

SCHULUNGEN

Es gibt ca. 23 Mieter-Initiativen in NRW, die alle mehr oder weniger lebendig/aktiv sind. Seit 1990 nehmen die AK-Mitglieder regelmäßig an den alle vier Wochen stattfindenden Schulungen teil, die an jeweils wechselnden Orten bei den Bürgerinitiativen veranstaltet werden. Diese Schulungen sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit geworden.

Aus der vielfältigen Erfahrung schöpfend, tauschen die BPs Wissen aus, kämpfen gemeinsam in wohnungspolitischen Auseinandersetzungen in den jeweiligen Städten, richten sich gemeinsam an Ministerien, um ihre Forderungen durchzusetzen. Durch den Informationsaustausch ist auch die Beratung in der einzelnen Siedlung vor Ort immer auf dem aktuellen Stand möglich.

Dauerhaftigkeit in der Arbeit ist wichtig, und dauerhafte Solidarität hilft weiter; diese Erkenntnis gipfelt in dem Satz:

 

Die Mieterinitiative

ist der ewige Wächter!

 

FESTE - FEIERN - AUSFLÜGE

In Flöz Dickebank versteht man sich aufs Feiern und hat dazu im Laufe des Jahres auch vielfältige Gelegenheit.

Viele eifrige Helfer/innen beginnen im November mit der Haussammlung für die Kinderweihnachtsfeier. Zum 1. Advent basteln Frauen Adventsgestecke und verteilen sie an alte und kranke Mieter/innen in der Siedlung. Eifrige Vorbereitungen braucht auch der Basar; es schließt sich das Adventskaffeetrinken an, und dann kommen die Kinder zu ihrem Recht bei der Kinderweihnachtsfeier. Zu Jahresbeginn freut man sich auf die Karnevalsfeier (jedes Jahr unter einem neuen Motto - z.B. 1995: "Wir haben gute Laune, wir sind auch nicht krank, wir feiern Karneval in Flöz Dickebank!". Für die Kinder gibt es den beliebten Kinderkarneval.

In Erwartung des Frühlings steht dann auch schon der Seniorennachmittag an. Der Tanz in den Mai verspricht endgültig den Sommer. Das alljährliche Sommer-/Straßenfest ist ein weiterer Höhepunkt in der Siedlung.

Nach einer kurzen "Verschnaufpause" geht es dann wieder von vorne los.

In den vergangenen Jahren wurden auch Ausflüge organisiert, z.B. nach Stadtlohn, nach Holland, an die Mosel oder zur Sorpe-Talsperre.

HEINI-WETTIG-HAUS als Ort für Veranstalter von außen

Als Wahllokal für zwei Wahlbezirke wurde das HEINI-WETTIG-HAUS während der Kommunal- und Bundestagswahl im Oktober 1994 und der Landtagswahl 1995 genutzt.

Für die 14-tägig stattfindenden Treffen der Geldbach-Stadtteilversammlung und der IG- Metall-Ortsgruppe steht das Haus sonntags von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr offen.

 

ANGEBOTE IM HEINI-WETTIG-HAUS

Im Laufe der Woche gibt es im HEINI-WETTIG-HAUS verschiedene Angebote, die sich an die Mieter/innen in der Siedlung richten:

                    Dienstag              19.00-ca. 22.00 Uhr          Sitzung des Arbeitskreises

                    Mittwoch             10.00-13.00 Uhr                Politisches Angebot für Senioren; Informationen z.B. über Themen wie Gesundheitsreform,                                                                                                   Pflegeversicherung, Rentenreform, Sparpaket; anschließend gemeinsame Arbeiten im und                                                                                                     um das HEINI-WETTIG-HAUS

                                                   15.30-17.00 Uhr                 Miniclub

                   Donnerstag          16.30-19.00 Uhr                 Handarbeitsgruppe

                   Freitag                   18.00 Uhr-Ende offen       Seniorenabend

                   Samstag               einmal monatlich               Mittagessen in der Wintersaison

 

Mit Beginn der Bürgerinitiative wurde für jede Straße ein Straßensprecher eingesetzt, damit alle Mieter immer gut informiert sind.

Das ist bis heute so geblieben.

Sollten Sie Wünsche oder Fragen haben, oder möchten Sie Mitglied werden, wenden Sie sich bitte an den jeweilige Straßensprecher: 

                        Flöz Dickebank                 Franziska Rutkowski      Tel.: 14 13 97

                        Flöz Sonnenschein          Roswitha Andresen        Tel.: 20 74 85

                        Ottilienaustraße                Roswitha Andresen        Tel.: 20 74 85

                        Ulmenstraße                     Erika Wischnewski          Tel.: 14 00 35

                        Virchowstraße                  Bärbel Schmidtke            Tel.: 20 23 20

  

Die Flagge von Gelsenkirchen  mit dem Wappen unserer Stadt


Zeche Alma, Schacht 5  und Zeche Rheinelbe

in Gelsenkirchen Ückendorf.

Für die Kumpels dieser beiden Zechen wurde um 1870 unsere Siedlung gebaut


Zeche Alma, Schacht 5  - Zur Verfügung gestellt aus der Sammlung von Volker Bruckmann
Zeche Alma, Schacht 5 - Zur Verfügung gestellt aus der Sammlung von Volker Bruckmann
Zeche Alma - Abriss des Forderturms.  Gefunden in Gelsenkirchner Geschichten, aus Ruhrkohlezeitung von 1980
Zeche Alma - Abriss des Forderturms. Gefunden in Gelsenkirchner Geschichten, aus Ruhrkohlezeitung von 1980

Wetterschacht um 1930. Gefunden auf Gelsenkirchener Geschichten
Wetterschacht um 1930. Gefunden auf Gelsenkirchener Geschichten
Zeche Rheinelbe ca 1906. Gefunden in Gelsenkirchener Geschichten
Zeche Rheinelbe ca 1906. Gefunden in Gelsenkirchener Geschichten